Aktuell / 01.12.2011

Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2011

Preisträger des Deutschen Rohstoff-Effizienz-Preises 2011 mit Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler. Übergabe des Preises durch Bundesminister Dr. Philipp Rösler (l.) und den Jury-Vorsitzenden Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, Präsident der BGR (r.), an Prof. Dr. Horst-Christian Langowski, Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV (2.v.l.), Prof. Dr. Christoph Herrmann, Technische Universität Braunschweig (mitte), und Dr. Heinz Dwuletzki, Carl Bechem GmbH © BMWi

Der „Deutsche Rohstoffeffizienz-Preis“ zeichnet herausragende Unternehmensbeispiele für rohstoff- und materialeffiziente Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen und anwendungsorientierte Forschungsergebnisse aus. Durch verbesserte Rohstoff- und Materialeffizienz verringern die Betriebe ihre Kosten, das verbessert ihre Wettbewerbsfähigkeit – und schonen Ressourcen und Umwelt. Besonders in Zeiten steigender Rohstoffnachfrage und -preise ist rohstoff- und materialeffizientes Wirtschaften eine gute Strategie zur Erhöhung der Unternehmensrentabilität und der unternehmerischen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit.

Diesen Wettbewerb führte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rohstoffagentur erstmals im Jahr 2011 durch. Er soll verdeutlichen, wie wichtig Rohstoff- und Materialeffizienz für die Wirtschaft sind. Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, zeichnete vier Unternehmen (bis 1.000 Beschäftigte) und eine Forschungseinrichtung mit dem jeweils auf 10.000 Euro dotierten  Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis aus.

Die Preisträger des Jahres 2011:

Besser schmieren ohne Öl

Einer der fünf Preise ging an das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, das Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der TU Braunschweig und die Carl Bechem GmbH. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt haben sie einen ölfreien Schmierstoff auf Polymerbasis für die Metallverarbeitung entwickelt, der die bisher eingesetzten Schmierstoffe auf Mineralölbasis ersetzen kann. Dieser neue Schmierstoff besteht aus Wasser und einem zellulosebasierten Polymer. Er verbindet die hohe Kühlwirkung von Wasser mit einer Schmierwirkung wie sie ein konventionelle, ölbasierter Schmierstoff bietet. Das neue Produkt BERUFLUID der Carl Bechem GmbH wird in verschiedenen metallbearbeitenden Unternehmen in der Werkzeugherstellung, im Maschinenbau, in der Automobil- und Luftfahrtindustrie bis hin zur Medizintechnik eingesetzt. Der Neue Schmierstoff bietet technologische Vorteile, verursacht deutlich geringere Umweltwirkungen und ist rohstoffeffizient. Er vermindert den Werkzeugverschleiß und verlängert die Werkzeugstandzeiten. Die geschmierten Teile lassen sich einfacher reinigen; das senkt die Betriebskosten und verbessert die Prozesswirtschaftlichkeit. Arbeitssicherheit und -hygiene steigen, da sich keine Ölnebel bilden und weniger Biozide zugegeben werden müssen.

Weitere Informationen

Deutsche Rohstoffagentur (DERA) www.deutsche-rohstoffagentur.de

Fraunhofer-Institut Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, www.ivv.fraunhofer.de

Vertonte Bildpräsentation zur Entwicklung des ölfreien Schmierstoffes: Fraunhofer.mp4

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