Effiziente Antriebstechnik für IndustrieautomatenMit wenig Energie viel bewegen
Der Anteil der Industrie am Nettostromverbrauch in Deutschland beträgt rund 47 Prozent. Speziell in der Automatisierungstechnik bewegt sich ohne Antriebsenergie kein Roboterarm und schwere Teile bleiben in der Produktion liegen. Eine Potenzialstudie empfiehlt neue Lösungen zum energieoptimierten Systembetrieb. Dadurch soll sich die Energieproduktivität der elektrischen und pneumatischen Antriebstechnik um bis zu 50 Prozent erhöhen.
Der Antriebstechnik kommt für die Energiewende eine hohe Relevanz zu: mehr als zwei Drittel der industriellen Stromnachfrage entfallen auf die Bereitstellung mechanischer Energie, darunter rund 17 Milliarden Kilowattstunden allein für die Druckluftbereitstellung. Dies entspricht einem Anteil von 7 % des industriellen Stromverbrauchs in Deutschland. Der Begriff „Antriebstechnik“ umfasst unterschiedlichste Anwendungen von Motoren mit Leistungsaufnahmen von mehreren 100 Kilowatt bis hin zu Kleinstanwendungen mit niedrigen Wattzahlen oder sehr geringen Druckluftverbräuchen.
In vielen Industriebetrieben besteht wegen steigender Energiepreise und einem erhöhten Umweltbewusstsein akuter Handlungsbedarf, die Energieeffizienz in der Antriebs- und Handhabungstechnik zu erhöhen. Bereits mit einfachen Mitteln lassen sich Energieverbräuche deutlich reduzieren und Energiekosten senken. Allerdings bleiben bestehende Potenziale vielfach ungenutzt.
Einen systematischen Beitrag zum rationellen Anwenden und Einsparen von Energie bei der elektrischen und pneumatischen Antriebstechnik liefert das Forschungsprojekt „EnEffAH“ (Energieeffizienz in der Produktion im Bereich Antriebs- und Handhabungstechnik). Drei Forschungsinstitute und drei Industrieunternehmen haben sich 2008 zusammengetan, um eine energieeffiziente Automatisierung zu erforschen. Die effektive Wahl der richtigen Technik und der effiziente Betrieb sind maßgeblich für energiesparende und funktionelle Maschinen. Ihr Forschungsgegenstand sind Antriebstechnologien, die als Energieträger Druckluft oder Strom verwenden und bei Handhabungsaufgaben wie auch in der Robotik verwendet werden.
Verknüpfte Projekte
- Durch ein neu entwickeltes Brennverfahren soll der hohe Verbrauch an Primärenergie beim Brennen von Ziegelsteinen zu etwa 30% durch erhöhten Zusatz energiehaltiger Zuschlagstoffe im Ziegelton ersetzt werden. Bezogen auf die etwa 150 deutschen Ziegelwerke würde durch die Entwicklung die Einsparung von jährlich etwa 2500 GWh möglich. ... mehr











