Low-e Beschichtungen

Softe Hülle für hohe Ansprüche

Beschichtete textile Überdachungen

Dachkonstruktion des Dresdner Hauptbahnhofes (transluzente PTFE-beschichtete Glasfasergewebe) © SSF Ingenieure GmbH
Membranbahnen mit Low-e Eigenschaften senken den Energiebedarf für die Klimatisierung. © Polymade ITT GmbH
New Bangkok International Airport (NBIA) © Polymade ITT GmbH

In letzter Zeit rücken neuartige leichte und flexible Konstruktionen aus Membranen in den Blickpunkt der Architekten. Sie erlauben beispielsweise Überdachungen großer Areale, bei denen durch Transparenz oder Transluzenz verstärkt Tageslicht genutzt werden kann, gleichzeitig aber keine direkte Blendung auftritt. Die dabei verwendeten Glas- oder Textilgewebe setzen eindrucksvolle optische Akzente sie benötigen aber auch neue Konzepte, um den Energiebedarf von Gebäuden für die Beheizung und Klimatisierung zu optimieren.

Hierbei helfen hoch entwickelte Materialien: Ausgestattet mit sogenannten Low-e Beschichtungen wirken sie für Wärmestrahlung wie ein Spiegel. Im Sommer reduzieren sie den Wärmeeintrag ins Gebäude und vermindern so die Kühllast. Im Winter reflektieren sie die Wärmeabstrahlung aus dem Innenraum und strahlen nur wenig Wärme nach außen ab.

Bei Verglasungen ist eine Low-e Beschichtung seit langem Standard und hat einen entscheidenden Anteil an der wärmetechnischen Qualität von Wärmeschutzgläsern. Die hauchdünnen Metallschichten werden auf die Innenseiten der Doppel- oder Dreifachverglasungen aufgedampft und sind dadurch optimal geschützt. Textile Werkstoffe müssen hingegen oftmals mechanischer Belastung und der Witterung standhalten. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Strapazierfähigkeit. Haltbare Beschichtungen sind zwar schon verfügbar, erreichten aber noch nicht die angestrebten Low-e Eigenschaften.

In einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Forschungsprojekt entwickelte die TAG Composites & Carpets GmbH, gemeinsam mit Wissenschaftlern des ZAE Bayern, Beschichtungen, die mechanisch stabil unter Beibehaltung der Textur auf Gewebe aufgebracht werden können. Das Bauelement erhält die gewünschte Low-e Eigenschaft und kann mit beliebigen Farbwirkungen ausgestattet werden. Eine prototypische Großanlage demonstriert bereits die Marktreife des Verfahrens.

In begleitenden Studien untersuchten die Forscher verschiedene Einsatzmöglichkeiten in Alt- und Neubauten und prüften die bauphysikalischen Voraussetzungen und Limitierungen etwa bei einer Gebäudesanierung. Insgesamt ermittelten sie ein – abhängig von den letztendlich erreichbaren Produktionskosten – ermutigendes Marktpotenzial.

Mehr zum Projekt

Entwicklung von niedrigemittierenden Beschichtungen in der textilen Architektur - Low-E- Beschichtungen

Abschlussbericht als externer Download von der TIB Hannover.

Projektbeteiligte:

TAG Composites  Carpets GmbH

ZAE Bayern

Förderkennzeichen:

0327382A